Familienforschung
von Stefan Bosshard


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Anna Göldi, als Hexe hingerichtet am 13.6.1782

 

 

 

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In der letzten Zeit ist die Geschichte der Anna Göldi vielfach in der Presse erschienen. Es gibt neue Literatur, neue Erkenntnisse und eine Rehabilitierung von Anna Göldi.

Inhaltsverzeichnis:

1. Hörspiel
2. Steckbrief
3. Familienblatt Johann Jakob Tschudi
4. Meine Verwandtschaft mit Anna Miggeli
5. Nachkommenschaft der Tschudi Familie
(mit interessanter Schlussfolgerung)

6. Lehren aus dem Anna Goeldi-Prozess?

1. Vor gut 30 Jahren wurde auch ein spannendes Hörspiel inszeniert:

"Interessantes, bewegendes Dialekthörspiel in 5 Teilen aufgenommen vom Radio Zürich 1976. Es handelt vom dramatischen Schicksal der unglücklichen Magd Anna Göldi im Hause von Dr. Johann Jakob Tschudi in Glarus, die als "Letzte Hexe" im Juni 1782 in Glarus hingerichtet wurde.
Ein lebendiges Zeitdokument.
Näheres über dieses Hörspiel erfahren Sie bei FridolinTschudi, Pfrundhaus, 8750 Glarus, Tel. 055 640 32 74."

2. Steckbrief aus der NZZ von 1782 (Uebersetzung):
Löblicher Stand Glarus, evangelischer Religion, anerbietet sich hiermit demjenigen, welcher nachbeschriebene Anna Göldin entdecken, und der Justitz einbringen wird, Einhundert Kronenthaler Belohnung zu bezahlen; womit auch alle Hohe und Höhere Obrigkeiten und Dero nachgesezte Amtsleuth ersucht werden, zu Gefangennehmung dieser Person all mögliche Hülfe zu leisten; zumahlen solche in hier eine ungeheure That, vermittelst geheimer und fast unbegreiflicher Beibringung einer Menge Guffen und anderen Gezeug gegen ein unschuldiges acht Jahr altes Kind verübet hat.

Anna Göldin, aus der Gemeind Sennwald, der Landvogthey hohen Sar und Forstek zugehörig, Zürchergebiets, ohngefähr 40. Jahr alt, dicker und grosser Leibsstatur, vollkommnen und rothlechten Angesichts, schwarzer Haaren und Augbraunen, hat graue etwas ungesunde Augen, welche meistens rothlecht aussehen, ihr Anschauen ist niedergeschlagen, und redet ihre Sennwälder Aussprach, tragt eine modenfarbne Jüppen, eine blaue und eine gestrichelte Schos, darunter eine blaue Schlingen- oder Schnäbeli-Gestalt, ein Damastenen grauen Tschopen, weis castorin Strümpf, ein schwarze Kappen, darunter ein weisses Häubli, und tragt ein schwarzes Seidenbettli.

Datum, den 25. Jenner St. v. 1782.
Kanzley Glarus evangelischer Religion

"In der Folge wurde Anna Göldi gefasst, nach Glarus überführt, daselbst gütlich und peinlich (mit Folter) verhört, zum Tode verurteilt und am 13. Juni 1782 auf dem Richtplatz in den Ygruben enthauptet. Anstelle des damaligen Richtplatzes befindet sich heute ein Parkplatz, der östlich des Sonnenhügels (des ehemaligen Galgenhügels) im von der Buchholzstrasse und der von der Ygrubenstrasse heraufführenden Verbindungsstrasse gebildeten Dreieck liegt."

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3. Familienblatt: Tschudi Johann Jakob

Tschudi Johann Jakob, Dr. med.
* 15.09.1747.
† 08.07.1800 Baden, Alter: 52 J 9 M 23 T.
oo K 05.05.1769 mit Elmer Elsbeth, * 10.11.1752, † 12.12.1789.
Herkunft: Glarus und Ennenda

Notizen zur Person:
Johann Jakob Tschudi war von 1767 ab Doktor der Medizin, 1769 Vice-Chorherr, 1774 Fünferrichter, 1799 neu erwählter Schrankenherr (Regierungs-Mitglied), vide hist.Jb.6 fol.24; Jb.17 fol.16. In dieser Familie diente die Magd Anna Göldi, welche angeblich das Kind Anna Maria verderbt und verhext haben sollte und dafür mit dem Tode bestraft wurde, vide den Hexen-Prozess von Landammann Dr. J. Heer hist.Jb.1.
Der Prozess war in Wirklichkeit kein Hexenprozess, sondern ein gewöhnlicher Kriminalgerichtsprozess mit gütlicher und hochnotpeinlicher Befragung der Anna Göldi. Er wurde nur vom evangelischen Rat durchgeführt, weil der katholische Rat es ablehnte, das Verfahren vom gemeinsamen Rat zu beurteilen. Anna Göldi wurde denn auch nicht der Hexerei, sondern als Vergifterin und Verderberin - heute würde man sagen der Körperverletzung - schuldig befunden, und nicht wie eine Hexe verbrannt, sondern enthauptet.
Quelle: 103 Kubly-Müller Tschudi Glarus und Ennenda

Eltern:
Tschudi Johann Peter, Ratsherr, Augenschein und Chorrichter
* 07.12.1696
† 21.03.1763 zu Schänis (2), b 24.03.1763 Glarus, Alter: 66 J 3 M 14 T
Schmid Anna
* 30.07.1712
† 03.1765, Alter: 52 J 8 M
oo K 22.09.1730.

Ehefrau:
Elmer Elsbeth
* 10.11.1752
† 12.12.1789 (an einem Schlag), Alter: 37 J 1 M 2 T
Quellen: 68

Kinder:
1) Tschudi Susanna
* 11.11.1769
† 13.11.1769, Alter: 2 T
2) Tschudi Susanna
* 13.02.1771
oo K ... mit Trümpy.
Quellen: 103
3) Tschudi Heinrich
* 28.03.1772
† 24.04.1772, Alter: 27 T
4) Tschudi Anna Maria
* 11.03.1773
† 29.12.1810 in Berdiow an der polnischen Ukraine, Alter: 37 J 9 M 18 T
oo K ... mit Oertli Markus, * 01.10.1765, † 25.11.1825 Berdiow an der poln. Ukraine.
Das von der Anna Göldi angeblich verhexte und verderbte Kind Anna Miggeli!
5) Tschudi Sohn
* 14.03.1774
† 14.03.1774
6) Tschudi Barbara
* 04.01.1775
† 06.01.1775, Alter: 2 T
7) Tschudi Heinrich
* 01.01.1776
Quellen: 128
8) Tschudi Barbara
* 10.02.1777
oo K ... mit Trümpy.
9) Tschudi Elsbeth
* 18.07.1779
oo K ... mit Becker.
10) Tschudi Tochter
* 13.08.1780
† 13.08.1780
11) Tschudi Johann Peter
* 01.08.1782
† 06.08.1782, Alter: 5 T
12) Tschudi Christina
* 25.10.1786
† 01.11.1786, Alter: 7 T

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4. Natürlich bin ich mit Anna Miggeli auch noch verwandt:

Verwandtschaftsbeziehung:

(2) PN=29921: Tschudi, Anna Maria *11.03.1773 +29.12.1810
zu
(1) PN=1: Bosshard, Stefan *25.05.1962 +...

= Verwandte 17. Grades (a1=12, a2=7)

Gemeinsamer Vorfahre:
PN=7888: Schindler, Kaspar *1563 (c) +31.12.1648

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5. Nachkommenschaft der Tschudi Familie:
Bis anhin wurden viele Dokumente veröffentlicht - auch neue - welche darauf hinweisen, dass die Nachkommen der Tschudi-Familie ein schlechtes Leben hatten und ausgestorben sind. Dies mag auf die direkte Vaterlinie zutreffen, von den Töchtern der Familie jedoch gibt es heute Dutzende von lebenden Nachfahren, die meisten sind mir bekannt. Im folgenden zeige ich auf, welche Familien in der 5. Generation nach dem Ehepaar Johann Jakob Tschudi/Elsbeth Elmer als direkte Nachkommen gelebt haben. Infolge der Schweizerischen Gesetzeslage kann ich die Nachfahren der untenstehenden Personen nicht publizieren, da die meisten nach 1900 geboren sind. Einfach noch folgende Angaben dazu:

In der 5. Generation sind die untenaufgeführten 23 Familien mit den Namen Trümpy, Oertli, Jenny, Spälti, Feldmann und Freuler enthalten.

Aus der 6. Generation sind mir 24 Familien bekannt. Zusätzliche weitere Namen: Brunner, Schlittler, Kubly und Müller.

Aus der 7. Generation kenne ich 27 Familien. Die weiteren Namen: Auer, Heer und Landolt.

Die 8. Generation enthält Personen, welche zwischen 1922 und 1965 geboren sind. Ruch, Fischli und Michel sind die zusätzlichen Namen.

In der 9. Generation zähle ich 24 Kinder, alle geboren zwischen 1952 und 1995.

Es kann also mit Fug und Recht behauptet und bewiesen werden, dass viele direkte Nachfahren von Tschudi/Elmer heute unter uns leben. Nicht weniger als 16 bekannte Glarnernamen kommen in der direkten Nachkommenschaft vor.

5.1 Trümpy Emilie (Tochter von 4.1)
* 02.09.1858.
† 25.12.1922.
oo K 27.09.1884 mit Luchsinger Fridolin, * 19.12.1859, † 19.06.1943 Glarus.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Luchsinger Fridolin, Elektroingenieur
* 20.05.1894 † 28.05.1949 Mammern
oo K 15.05.1925 mit Haggenmacher Rosa Helena.
2) Luchsinger Agatha Emilie
* 31.07.1898 † 13.03.1903

5.2 Trümpy Anna Maria (Tochter von 4.2)
* 20.06.1872.
† 20.07.1954 Glarus.
oo K 13.06.1893 mit Brunner Friedrich, * 04.05.1861, † 26.11.1933.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Brunner Jost Heinrich
* 10.04.1894 † 08.09.1894
2) Brunner Christina (siehe 6.1)
3) Brunner Rahel
* 30.12.1897
oo K ... mit Schäppi.
4) ***Person unterdrückt***
5) ***Person unterdrückt***
6) ***Person unterdrückt***
7) ***Person unterdrückt***

5.3 Trümpy Fridolin, Fabrikant (Sohn von 4.2)
* 22.05.1875.
† 14.11.1952 Mitlödi.
oo K 24.06.1902 Mitlödi mit Leuzinger Ida, * 13.02.1883, † 26.04.1970 Hilterfingen BE.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) ***Person unterdrückt***
2) ***Person unterdrückt***
3) ***Person unterdrückt***
4) ***Person unterdrückt***
5) ***Person unterdrückt***

5.4 Trümpy Ida (Tochter von 4.2)
* 03.06.1881.
† 08.08.1910 Schwanden-Abläsch.
oo K 29.08.1905 mit Schlittler Emil, * 19.07.1879, † 06.06.1949 Zürich.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) ***Person unterdrückt***
2) ***Person unterdrückt***

5.5 Trümpy Emma (Tochter von 4.3)
* 08.01.1881.
† 12.07.1939 Glarus.
oo K 08.05.1899 mit Kubli Johann Ulrich, * 20.02.1862, † 16.06.1937.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) ***Person unterdrückt***
2) ***Person unterdrückt***

5.6 Oertli Louis Bartholome, Deputy Sheriff und Farmer (Sohn von 4.4)
* 05.1865.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Oertli Elva
2) Oertli Richard A.
* 01.06.1898
3) ***Person unterdrückt***
4) ***Person unterdrückt***
5) ***Person unterdrückt***
6) ***Person unterdrückt***
7) ***Person unterdrückt***
8) ***Person unterdrückt***
9) ***Person unterdrückt***

5.7 Oertli Esther Ellen (Tochter von 4.4)
* 24.10.1871.
oo K 1888 mit Alexander Clarence L., † 1903.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Alexander Edward L.
* 09.1889
oo K ... mit Timmerman Susan.
2) Alexander Pauline E.
* 04.1891 † 1896
3) Alexander David L.
* 12.1896

5.8 Oertli David Henry, Ingenieur (Sohn von 4.4)
* 19.01.1873.
oo K 19.06.1899 mit Bowen Mary Ada, * 28.05.1880.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) ***Person unterdrückt***
2) ***Person unterdrückt***
3) ***Person unterdrückt***

5.9 Oertli Ulrich Zwingli (Sohn von 4.4)
* 07.1878.
oo K 01.1914 mit Pöschl Camilla, * ... Oesterreich.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) ***Person unterdrückt***
2) ***Person unterdrückt***
3) ***Person unterdrückt***

5.10 Jenny Johann Heinrich, Bierbrauer und Malzmeister (Sohn von 4.5)
* 21.01.1857.
† 03.06.1898 zu Golzow, Kreis Lebus, Erfurt a.d. Oder.
oo K 06.04.1887 Kiel mit Harras Magdalena Henriette Maria, * 24.04.1866, † 28.12.1894 Golzow.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Jenny Anna Paulina
* 17.11.1887 Kiel
oo K ... mit Callet.
2) Jenny Georg Wilhelm Jacques
* 29.11.1890 Kiel † 02.10.1891 Kiel

5.11 Spälti Jakob, Hauptmann und Fabrikant (Sohn von 4.6)
* 05.03.1858.
† 04.02.1912 Glarus.
oo 1/1 K 14.04.1890 mit Ganz Maria Barbara, * 06.09.1869, † 14.03.1891 Schwanden-Hinterdorf.
oo 2/1 K 12.06.1893 mit Ganz Barbara Albertina, * 30.03.1868, † 21.09.1947 Glarus.
Herkunft: Netstal
Kind mit Ganz Maria Barbara:
Spälti Agatha
* 15.02.1891 Schwanden † 08.05.1917 ledig in Lugano-Castagnola
Kinder mit Ganz Barbara Albertina:
1) Spälti Hans Rudolf, Kaufmann (siehe 6.2)
2) Spälti Jakob
* 03.08.1896 Schwanden † 06.12.1977 Zürich

5.12 Spälti Kaspar, Fabrikant (Sohn von 4.6)
* 03.03.1859.
† 01.09.1912 Littenheid.
oo K 15.04.1893 mit Zweifel Anna, * 25.05.1868, † 17.12.1930.
Herkunft: Netstal
Kinder:
1) Spälti Louise
* 16.06.1895 Petropolis
oo K ... mit Häni.
2) Spälti Hedwig
* 21.01.1897 Petropolis † 01.02.1955 Meilen
3) Spälti Anna
* 13.05.1898 Petropolis † 23.01.1899
4) Spälti Friedrich, Architekt (siehe 6.3)
5) ***Person unterdrückt***
6) ***Person unterdrückt***

5.13 Freuler Barbara (Tochter von 4.9)
* 06.02.1848.
oo 1/1 K 02.11.1869 mit Jenny Sebastian, * 11.02.1839, † 04.05.1870.
oo 2/1 K ... mit Schlittler.
Herkunft: Ennenda
Kind mit Jenny Sebastian:
Jenny Anna Emma (siehe 6.4)
Kinder mit Schlittler: -

5.14 Freuler Heinrich, Fabrikant (Sohn von 4.9)
* 22.09.1854.
† 14.04.1926.
oo 1/2 K 22.01.1898 mit Sigrist Sophia, * 05.05.1860, † 22.09.1937 Glarus.
Herkunft: Ennenda
Kind:
1) ***Person unterdrückt***

5.15 Trümpy Jakob, Schuhmacher (Sohn von 4.10)
* 24.06.1852.
† 28.02.1921.
oo K 21.10.1884 mit Hefti Anna, * 31.01.1858, † 18.01.1928.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Trümpy Jakob, Buchhalter und Schulpräsident (siehe 6.5)
2) Trümpy Anna Maria (siehe 6.6)

5.16 Jenny Anna Katharina, Stücklegerin (Tochter von 4.13)
* 23.12.1870 spuria.
† 24.08.1940 Ennenda.
oo K 30.06.1890 mit Hefti Jakob, * 22.12.1862, † 15.08.1924.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Hefti Maria
* 06.05.1892 † 24.11.1972 Ennenda
2) ***Person unterdrückt***

5.17 Feldmann Franz, Drucker, Landjäger, Giesser (Sohn von 4.14)
* 30.12.1845.
† 25.10.1905.
oo K 11.09.1871 mit Gallati Maria Anna Josefa, * 10.03.1848, † 18.05.1910.
Herkunft: Näfels
Lebensphasen:
Drucker, Landjäger, Giesser
Strassenknecht
Kinder:
1) Feldmann Engelbert, Heizer in Glarus (siehe 6.7)
2) Feldmann Bernhard
* 18.07.1875 † 20.07.1875
3) Feldmann Louise
* 04.04.1877
oo K ... mit Schnellmann.
4) Feldmann Franz
* 30.10.1878 † 04.04.1957 Näfels
5) Feldmann Maria
* 29.12.1880 † 03.02.1881
6) Feldmann Anna
* 17.02.1886
oo K ... mit Nibbia.

5.18 Feldmann Sophia (Tochter von 4.14)
* 11.06.1850.
† 07.08.1907 Jamers, Iowa.
oo K 30.08.1873 mit Schindler Johann Jakob, * 12.07.1844.
Herkunft: Näfels
Kinder:
1) Schindler Fritz
* 06.06.1875 † 26.06.1891
2) Schindler Rosina
* 23.11.1878
3) Schindler Sophia
* 30.09.1880 † 02.07.1891
4) Schindler Jakob
* 25.07.1882 † 01.09.1883
5) Schindler Barbara
* 25.01.1886 † 24.07.1891
6) Schindler Lilli
* 19.09.1887 † 15.07.1891
7) Schindler Franz
* 22.04.1890

5.19 Feldmann Ferdinanda Rosina, Dienstmagd in Ennenda (Tochter von 4.14)
* 30.11.1857.
oo 1/1 K 10.07.1876 mit Hösli Matheus, * 18.09.1855.
oo 2/2 K 07.05.1889 Crook Territory, Wyoming mit Hösli Fridolin, * 25.08.1858.
Herkunft: Näfels
Kind mit Hösli Matheus:
Hösli Jakob
* 18.06.1877
Kind mit Hösli Fridolin:
Hösli Maria
* 03.11.1889

5.20 Feldmann Elisabeth, Stickerin (Tochter von 4.14)
* 30.10.1861.
† 24.08.1946 Näfels.
oo K 25.02.1884 mit Müller Josef Alois, * 18.02.1861, † 21.03.1919.
Herkunft: Näfels
Kinder:
1) Müller Josef, Techniker in Brugg (siehe 6.8)
2) Müller Emil, Schuhmacher
* 03.10.1885 † 09.11.1933
3) Müller Maria
* 12.03.1887 † 12.01.1979 Elm
4) Müller Elisabeth, Weberin
* 02.06.1888 † 13.11.1978 Näfels
5) Müller Babetta (siehe 6.9)
6) Müller Albin, Photograf in Glarus (siehe 6.10)
7) Müller Rosa, Weberin
* 18.05.1893 † 23.06.1949 Glarus
8) Müller Paulina (siehe 6.11)
9) Müller Walter
* 18.03.1897 † 13.06.1897 Bündtgasse
10) Müller Walter, Maschinen Ingenieur in Baden (siehe 6.12)
11) ***Person unterdrückt***
12) ***Person unterdrückt***

5.21 Oertli Jakob, Fabrikant in Sargans (Sohn von 4.15)
* 05.06.1854.
† 04.04.1922 Sargans.
oo K 14.06.1882 mit Heer Sophia, * 15.11.1862, † 05.06.1928.
Herkunft: Ennetbühls
Lebensphasen:
Fabrikant in Sargans
Colorist
Kinder:
1) Oertli Heinrich, Chemiker (siehe 6.13)
2) Oertli Jakob, Ingenieur (siehe 6.14)

5.22 Oertli Margaretha (Tochter von 4.16)
* 26.06.1856.
† 30.11.1879.
oo K 24.06.1875 mit Dürst Johann Jakob, * 18.02.1851, † 26.09.1921.
Herkunft: Ennenda
Kind:
Dürst Anna
* 14.01.1879 † 24.02.1886

5.23 Jenny Anna Maria (Tochter von 4.18)
* 15.02.1867.
† 29.07.1943.
oo K 03.11.1890 mit Aebli Jakob, * 08.05.1867, † 16.06.1928.
Herkunft: Ennenda
Kinder:
1) Aebli Sohn
* 01.08.1891 † 01.08.1891
2) Aebli Anna
* 24.06.1894
oo K ... mit Sprenger.
3) Aebli Elsa
* 16.10.1896
oo K ... mit Schneider.
4) ***Person unterdrückt***

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6. Wurden zur damaligen Zeit Lehren aus dem Anna Göldi-Prozess gezogen?

Glarner Nachrichten/Südostschweiz vom 29.07.1998, Seite 3:

Stecknadelspeiender Knabe aus Netstal

Eine Parallele zum Anna -Göldin-Hexenprozess in Glarus-Netstal aus dem Jahre 1789

von German Studer

Sieben Jahre nach dem berühmten Anna Göldin-Fall wurde eine weitere "Hexe" im Glarnerland wörtlich in den Tod getrieben. Die der Hexerei verdächtigte und in Gewahrsam genommene Elsbeth Bösch aus Glarus warf sich aus dem Fenster des Rathauses und starb infolge ihrer schweren Verletzungen.

Bekanntlich wurde am 18. Juni 1782 in Glarus die Anna Göldin aus Sennwald als Hexe durch das Schwert hingerichtet. Der Urteilsspruch ist im Protokoll des "Evangelisch Obrigkeitliches Rathsbuch" aufgezeichnet. Die Anna Göldin wurde beschuldigt, als Dienstmädchen der Familie Dr. med. Johann Jakob Tschudi-Elmer in Glarus das achteinhalbjährige Töchterchen "Annamiggeli" verhext zu haben, so dass es unter "gichtischer" Zuckungen und Hustenanfällen" kleine und grosse Stecknadeln, Haften, Eisendrahtstücke und Nägel ausstiess.

Das Todesurteil und seine Zusammenhänge wurden hauptsächlich in Deutschland durch die Presse bekannt und zogen grosse Kritik über das rückständige Glarnerland in einem Zeitalter der beginnende Aufklärung nach sich.

Wenn man aber glaubt, der Hexenwahn sei dadurch im Volk erloschen, so irrt man sich. Nur wenige Jahre nachher, nämlich 1789, kam ein ähnlicher Hexenprozess in Glarus auf die Bühne und endete für die vermeintliche Hexe ebenfalls tragisch. Dr. Jakob Winteler erwähnt ihn kurz im II. Band seines Werkes "Geschichte des Landes Glarus" auf Seite 239. Im alten evangelischen Archiv des Landes Glarus befindet sich ein ansehnlicher Turm von Verhörakten, Beobachtungen und Befunden, und im obgenannten Protokollbuch vom Juni 1787 bis August 1793 kam die Angelegenheit erstmals am 18. Mai 1789 und anschliessend mehrmals im Rat zur Besprechung.

..."speite unter vorgehendem durchdringenden Geschrei"

Diesmal ist es der 14jährige Knabe Heinrich Kubli, Sohn des Josten von Netstal, der Anfälle produzierte und als verhext gehalten wurde. Chorrichter Dr. med. Johann Jakob Marti, der mit Begleitern bei den Anfällen des Knaben zugegen war, sagt (in die heutige Schreibweise umgeschrieben), dass der Knabe munter speite.

"Dazwischen setzte er sich zu vier verschiedenen Malen nieder, nahm den Kopf zwischen die Hände und speite unter vorgehendem, durchdringendem Geschrei etwas, das man auf den Boden fallen hörte. Dann fand ich auf dem Boden in wenig Speichel liegend das erste Mal eine wie eine Fischerangel gekrümmte "Gufe" (Stecknadel) das zweite Mal ein auseinandergestrecktes, messingenes "Häftli", das dritte Mal die Hälfte von einem in der Mitte entzweigebrochenen Häftli. Man sah einander an und erstaunte darüber in Gegenwart von so viel Augenzeugen eine Begebenheit zu sehen, die vom blossen Erzählenhören so wenige Leute glauben wollten. Endlich durchsuchte Herr Chirurg Hösli die Taschen des Knaben und fand darin unter "Reckholderbeeren" (Wachholderbeeren) und anderen Kleinigkeiten die Hälfte von einem in der Mitte entzweigebochenen "Häftli", welches er betrachtete und wieder zu den anderen Sachen hinlegte. Darauf fragte der Knabe, ob er seine Sachen wieder einpacken dürfe, was man ihm bejahte. Dann speite er zum 4. Mal hinter dem Ofenwinkel wieder die Hälfte von einem in der Mitte entzweigebrochenen Häftli."

In Beobachtung genommen und geheilt

Man möchte meinen, den beobachtenden Herren sei es nun klar geworden, dass diese Vorkommnisse keine Hexerei waren. Man muss aber bedenken, dass den damaligen Ärzten das Krankheitsbild der Hysterie noch nicht bekannt war. Dieses beschrieb und gab ihm den enstsprechenden Namen erst fast 100 Jahre später Prof. Charcot in Paris.

Kritisch traten die beobachtenden Ärzte dennoch den Vorkommnissen gegenüber und beschlossen eine genaue Abklärung. Deshalb wurde der Knabe in das oberste Zimmer des Pfarrhauses gebracht und hier tags und nachts von je einem Wächter beobachtet.

Die Prozedur begann am 21. Mai und dauerte bis zum 26. Brachmonat (Juni) 1789. Der Knabe musste morgens ein Glas voll und abends ½ Glas von einem Abführtrunk aus einem Krug einnehmen, zubereitet von Dr. Friedrich Streiff. Das gute Essen und die grosse Beachtung, die die Wächter ihm angedeihen liessen, imponierte dem Knaben, und es traten keine Anfälle mehr auf. Nur einmal lag im Nachthafen eine "Gufe" (Stecknadel) und der Knabe sagte, er habe von deren Abgang nichts verspürt. Es stelle sich heraus, dass der eine der Wächter Stecknadeln an einem Kleide trug. Wie aber eine solche in den Nachthafen kam, blieb ungeklärt.

Da keine Anfälle mehr auftraten und der Herr Pfarrer dies Zimmer für Gäste benötigte, so wurde die Beobachtung abgebrochen und der Knabe entlassen.


Die vermeintliche Hexe sprang nachts aus dem Fenster

Der Vater und die ganze Familie des Knaben Heinrich Kubli glaubten von Anfang an an eine Verhexung desselben und suchten nach der Hexe. Verdächtigt wurde die Elsbeth Bösch, 49 -50 Jahre alt, aus dem Toggenburg und wohnhaft in Glarus. Sie fiel besonders auf, weil sie bei einem zufälligen Gang nach Netstal nach dem Haus gefragt hatte in dem der bekannte Bub wohne, der so vieles ausstehen und erleiden müsse. Der Vater des Knaben, der das vernahm, und die anderen Familienangehörigen erhoben Klage und ruhten nicht, bis die Elsbeth Bösch verhaftet und im Rathaus in das sogenannte Schreiberstübli eingesperrt wurde. In ihrer Verzweiflung sprang diese nachts aus dem Fenster und fiel ungefähr 30 Schuh tief (ungefähr 9 -10 Meter) auf die Strasse wo sie schwer verletzt mehrere Stunden liegen blieb.


Schwere Verletzungen führten zum Tode

Elsbeth Bösch wurde zuerst im Henkerstübli und dann im Schreiberstübli gepflegt. Am 3. und 4. Juni setzten sechs Chirurgen und ein Feldscher ihre Unterschrift unter den Untersuchungsbefund des Chirurgen Zweifel. Auch ein Arzt wurde wegen eventuellen inneren Verletzungen zugezogen. Schwer verletzt waren beide Sprunggelenke, besonders das linke, mit schwerer Schwellung und Blutergüssen. Aber auch an den Hüftgelenken klagte die Elsbeth Bösch über Schmerzen. Es muss sich um Knochenbrüche, Bänderreissungen und um Zirkulationsstörungen in Folge der Schwellungen und der Blutgefässschädigungen gehandelt haben. Chirurg Zweifel berichtet am 20. Juni - 17 Tage nach dem Unfall - vom kalten Brand Absterbungen von Zehen am linken Fuss, von Blasen an den Fusssohlen mit stinkendem Ausfluss und von Eiterentfernungen an den Fussgelenken usw. - Mithin ein schweres Krankheitsbild, das ziemlich sicher zum Tode führte.

Zu hohe Forderungen

Der Tod der Elsbeth Bösch ist zwar in den Protokollen des "Evangelischen Obrigkeitlichen Rathsbuch" nicht mit ausdrücklichen Worten vermerkt, ist aber laut letztem Eintrag vom 11. Januar 1790 anzunehmen, wenn es heisst: "Obgleich Meine Gnädigen Herren und Oberen finden, dass sowohl die Forderungen der Herren Chirurgen als auch die Obwartsweis' bei dem leidigen und unglücklichen Prozess der Elsbeth Bösch in berechneten Kosten übertrieben sind, so haben Hochselbe, um diesen widrigen Handel nicht wieder "arge' zumachen" erkannt, dass diese Kosten-Taxe von den Herren Säckel-meister Zwicky bezahlt werden solle, welche zirka 1900 Gulden beträgt."

(Der Verfasser dieses Artikels war der inzwischen im hohen Alter verstorbene Dr. med. German Studer, praktischer Arzt in Glarus. Er befasste sich in seiner Freizeit mit Forschungen unter anderem über Erbkrankheiten anhand der Genealogie des Landes Glarus sowie allgemeiner Geschichte).

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last update: July 2015
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